Ein Jahr nach dem offenen Brief gegen „MeeTIN*Up und Umfeld“

Im Zuge des offenen Briefes haben wir uns mit internen Gruppendynamiken und Auftreten nach außen auseinandergesetzt. Das hätten wir schon früher machen sollen. Uns ist klar geworden, dass es unserer Gruppe an Struktur und festen Absprachen fehlt. Oft haben Einzelpersonen unabgesprochen im Namen der Gruppe gehandelt. Das hat bei uns auch intern für Verunsicherung und unausgesprochene Konflikte gesorgt.

Wir haben jetzt wieder regelmäßige Orgatreffen und versuchen, unsere TINA* Gruppe strukturierter aufzubauen. Wenn Menschen mehr zu dem aktuellen Stand wissen wollen, können wir gerne angesprochen werden. Allgemein würden wir uns freuen wenn mehr mit uns als über uns geredet wird. Wir möchten gerne ein Klima schaffen, in dem das möglich ist.

Zu den konkreten Vorwürfen: Uns sind Situationen bekannt, bei denen es durch unregulierte Reaktionen verbale Gewalt gab. Verbale Gewalt ist nicht okay. Dafür möchten wir uns aufrichtig entschuldigen. Es ist schade, dass MeeTIN* Up durch solche Situationen belastet und für manche Menschen unzugänglich wurde. 

Die Person, die die Gewalt hauptsächlich ausgeübt hat, hat das Verhalten reflektiert und daran gearbeitet. Wir hoffen, dass solche Situationen nicht mehr vorkommen.

Auch Menschen innerhalb von MeeTIN* Up waren von den Verhaltensmustern betroffen. Aus unserer Perspektive ist eine deutliche Änderung zu sehen, die es im Laufe der letzten Jahre gegeben hat. Dafür mussten wir selbst Verantwortung übernehmen und die schädlichen Gruppendynamiken nicht mehr hinnehmen, sondern daran arbeiten, etwas Besseres aufzubauen. Falls Menschen noch etwas benötigen, auch wenn Dinge teilweise schon Jahre zurückliegen, möchten wir euch dazu einladen,euch bei uns zu melden.

Was wir klarstellen möchten: Bei MeeTIN*Up sind uns keine Personen bekannt, die sexualisierte und/oder körperliche Gewalt ausgeübt haben. Falls ihr Gewalt erfahren habt, meldet euch gerne bei gemeinsam_handeln (kommunikation_gh@web.de)[1] – in der Gruppe sollen Wege gefunden werden, Gewalt in den Communities aufzuarbeiten. Es ist aber keine(!) sozialarbeitende Ansprechstelle, die explizit Betroffenenarbeit machen oder therapeutisch unterstützen kann. Zur Transparenz: es sind Einzelpersonen von MeeTIN* Up auch bei g_h. 

Wir möchten über den Kontext sprechen, in dem Gewalt passierte: Es gibt (immer noch) diskriminierende Strukturen [2], die Menschen unter Druck/Spannung gesetzt haben, welche destruktives Verhalten verstärkt haben. Eine einfache Aufteilung in Ausführende von Gewalt und Betroffene von Gewalt gibt es oft nicht.

Was nicht oder nur kaum gesehen wird: Die soziale Ausgrenzung transfeministischer Gruppen und Personen besteht seit Jahren in den Communities fort, ebenso wie eine Akzeptanz sexarbeitsfeindlicher Positionen und eine strukturelle Transmisogynie. Gleichzeitig freuen wir uns zu sehen,dass manche Strukturen/Menschen die transmisogyn agiert hatten, sich aktiv weiterbilden und reflektieren. Veranstaltungshinweis dazu: Im Herbst wird es im Queeren Zentrum eine Veranstaltungsreihe zu Transmisogynie geben.

[1] https://qrewkassel.noblogs.org/post/2026/07/01/update-gemeinsam_handeln/

[2] https://lulutranny.substack.com/p/on-the-desire-of-community-to-ignore